Einsiedler Krebs
by willi on May.17, 2010, under Uncategorized
Was sind wir Menschen doch schlechte Maschinen! Wenn der Motor meines Autos so unregelmäßig laufen würde wie mein Geist; das Niveau des Kühlwassers solche extreme Werte annehmen würde wie die Ausschläge meiner Gefühle, dann hätte ich mein Auto schon längst zur Reparatur gebracht.
Ich habe die Pubertät schon vor mindestens 30 Jahren hinter mich gelassen. Das Leben sollte mich eigentlich doch mehr ausgeglichener gemacht haben, aber tief in mir spielen sich verborgen, und hoffentlich ohne das andere Menschen das merken die gleichen Simulations-Spiele ab wie damals.
Ich glaube sogar, bin wirklich davon überzeugt, dass es gut ist, dass man häufiger die Freude, Sorgen, Befürchtungen und Enttäuschungen an die Oberfläche des Gemüht bringen sollte.
Aber hier habe ich, wieder einen biologischen Nachteil: ich bin ein Mann. Bei dieser Sorte Lebewesen scheint die Angst, das Gefühl der Befreiung durch Ehrlichkeit zu übersteigen. Okay dann lebe ich weiter in meiner Behausung wie der Einsiedler Krebs, der nur wenn er sich ganz Sicher fühlt kurz seine nackte Haut zeigt, um sich dann schnell wieder in der nächsten Muschel-Schale zu verstecken.

May 28th, 2010 on 07:34
You’ve done it once again. Superb writing!
September 26th, 2010 on 01:56
Findet nicht das Leben jetzt statt, wie du weiter unten schreibst? Was, wenn es zu spät wird, aus seiner Muschel zu kriechen? Was, wenn es schön ist, es zu tun und dich und andere Menschen befreit?
November 6th, 2010 on 09:21
Lieber iliw, vor einigen Wochen versprach ich dir mir deine Seite anzuschauen. Dies habe ich, am heutigen Sonntag, mit Hochgenuss eingelöst. Du hast mich sozusagen auf eine wunderschöne Weltreise geschickt.Danke! Ich habe überlegt, wo ich dir eine Rückmeldung geben kann. Da ist mir die Krebs/Muschel ins Auge gesprungen. Für mich hast du bereits die Muschel verlassen und dich durch deine Seiten gezeigt. Zudem glaube ich (als Frau!!), dass wir immer eine Muschel brauchen.Um nach außen zu gehen, mußt du auch nach innen gehen und umgekehrt, so ying/yang mäßig.Jedenfalls wünsche ich mir noch mehr von dir zu sehen. Dir wünsche ich Mut, dich noch mehr zu zeigen, durch deine Bilder und Texte, eben deiner Kreativität.(noch ein Tipp: googel mal die “Glaubenssätze” von Viginia Satir, du glaubst gar nicht, wie viel du dir selber erlauben kannst und sollst !!!) Liebe Grüße Heike