Segeln bei böigem Wind
by willi on May.30, 2010, under Uncategorized
In meiner Hand liegt ein fein geflochtenes Kunststofftau. Die Wasseroberfläche ist vom Wind leicht gekräuselt. Dann wird dass Vorsegel entfaltet, und ich spüre sofort die Kraft, des Windes, der am Boot zerrt. Das Tau will meiner Hand entgleiten, aber ich halte es fest, weigere mich dieser Bewegung nach zu geben. Sofort beginnt das Boot sich in Bewegung zu setzen, es wird immer schneller. Der Steuermann sucht mit dem Ruder den Punkt auf, an dem er so hoch wie möglich am Wind segeln kann. Es ist ein Herantasten und Suchen. Phantastisch, das Boot wird immer schneller, es hebt sich ein wenig aus dem Wasser, und der Mast neigt sich. Die Kräfte am Tau werden immer stärker.
Dieses Gefühl ist unglaublich, es steigt mir aus der Brust in meine Kehle, und ich möchte es hinaus schreien Juhuh! Ich fühle den Wind auf meiner Haut, und bin wie immer überrascht von der Stille, in der sich das alles abspielt. Der Rumpf tritt für Sekunden-Bruchteile aus dem Wasser, um danach wieder mit einem dumpfen Geräusch auf die Oberfläche zurück zu schlagen. Um den Kräften die den Mast auf die Wasseroberfläche drücken wollen, mehr entgegen zu setzen, klettern wir aus der Tiefe des Bootes auf den oberen Rand. Das sonst so flache Deck hat auf einmal eine räumliche Dimension bekommen es kennt ein Oben und ein Unten. Kalte Wassertropfen landen auf meinem Gesicht. Es ist ein unglaublicher Ritt auf einer Kanonenkugel.
Dann auf einmal, ganz plötzlich, ohne Vorwarnung ist der Spuk vorbei der Wind hat seine Richtung geändert, oder ist in der Nähe des Ufers auf einmal weggefallen. Unser Körper ist auch überrascht, will sich noch weiter einer Kraft widersetzen, die aber nicht mehr da ist. Das Gefühl ähnelt dem was man hat wenn die Treppe beim hinauflaufen eine Stufe weniger hat als man dachte. Man tritt ohne Wiederstand. Ein Gefühl der Lehre tritt ein.
Jetzt ist da nur noch das Wachten und die Spannung auf den nächsten Ritt mit dieser fantastischen Maschine

September 10th, 2010 on 18:00
Deine Darstellung kann ich keineswegs nachvollziehen. Kannst du den zweiten Teil nochmal erklären?
September 13th, 2010 on 20:41
Windstärke 4 war für die kleine „Valk“ Jolle auf einem der holländischen Seen schon recht viel. Wir waren zu viert, und zwei von uns hatten überhaupt noch nie gesegelt. Zu Anfang gings auch recht stürmisch zu an Board. Aber ob es nun an der mangelnden Erfahrung gelegen hat, oder doch an dem mit Bäumen bewachsenen Ufer, dem wir uns vielleicht zu sehr genähert hatten, aber vom einen auf den anderen Moment viel der Wind gänzlich weg. Vom einen auf den anderen Moment veränderte sich unsere rasante Fahrt in ein Auslaufen, ein Abbremsen.
Ich hoffe das dies Erklärung genug ist, um den zweiten Teil meines Textes zu verstehen.
Illiw